Franken

Die Arbeitsgemeinschaft der Fränkischen Stadtbaumeister*innen und Bauamtsleiter*innen ist ein Zusammenschluss aus Leiterinnen und Leitern kommunaler Bauämter in Ober-, Mittel- und Unterfranken und dient der Vernetzung sowie dem Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander.

Die Funktion des Stadtbaumeisters

Die Funktion des Stadtbaumeisters hat sich aus der historischen Verantwortung für die bauliche Entwicklung, Befestigung und technische Infrastruktur von Städten entwickelt. Während Stadtbaumeister ursprünglich vor allem öffentliche Bauvorhaben planten und ausführten sowie für Wege, Brücken, Wasseranlagen und repräsentative Gebäude zuständig waren, wurde die Aufgabe mit dem Wachstum der Städte im 19. und 20. Jahrhundert zunehmend strategischer und verwaltungsbezogener.

Panorama Altstadt Rothenburg ob der Tauber, Blick vom Rathausturm auf den Marktplatz, Foto: Naturliebhaberin, 2010, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Heute nehmen Stadtbaumeister in der Regel eine leitende Fach- und Steuerungsfunktion in der kommunalen Bauverwaltung wahr. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehören insbesondere:

  • die nachhaltige städtebauliche Entwicklung und Bauleitplanung,
  • die Koordinierung kommunaler Hochbau-, Tiefbau- und Infrastrukturmaßnahmen,
  • die Mitwirkung bei Stadtentwicklungskonzepten, Wettbewerben und Rahmenplanungen,
  • die fachliche Beratung von Verwaltungsspitze, politischen Gremien und Bürgerschaft,
  • die Wahrung der Baukultur, Gestaltungqualität und Denkmalbelange,
  • die Abstimmung mit Fachbehörden, Planungsbüros, Investoren und weiteren Beteiligten,
  • die Berücksichtigung aktueller Anforderungen wie Klimaanpassung, Mobilitätswende, Barrierefreiheit und Flächenmanagement.

Der Stadtbaumeister verbindet damit heute architektonisch-städtebauliche Fachkompetenz mit Verwaltungssteuerung und strategischer Stadtentwicklung.

Auch wenn es der Titel anders erwarten lässt, haben Stadtbaumeister heute meiste ein Ingenieurstudium absolviert.

Die Historie der Arbeitsgemeinschaft

Der Grundstein für die heutige Arbeitsgemeinschaft der Fränkischen Stadtbaumeisterinnen und Bauamtsleiterinnen wurde am 30. Juli 1976
in Neustadt an der Aisch gelegt. Dort schlossen sich zunächst die kommunalen Bauexpert*innen zur „Arbeitsgemeinschaft Mittelfränkischer Stadtbaumeister“ zusammen.

Gründungsversammlung 1976 in Neustadt an der Aisch (Archivbild)

Die Arbeitsgemeinschaft entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem bezirksübergreifenden Zusammenschluss: Im Jahr 1993
kamen die Stadtbaumeisterinnen aus Unterfranken hinzu; zuletzt wurden im Jahr 2000 auch die Stadtbaumeisterinnen aus Oberfranken aufgenommen. Damit war der Kreis der drei fränkischen Regierungsbezirke geschlossen und die Grundlage für die Arbeitsgemeinschaft der Fränkischen Stadtbaumeister*innen geschaffen.

Tagung der Arbeitsgemeinschaft am 02.10.2010 in Miltenberg (Archivbild)

Seit 1976 hat die Arbeitsgemeinschaft in insgesamt 93 Arbeitstreffen den fachlichen Austausch zu aktuellen Aufgaben der kommunalen Bauverwaltung, der Stadtentwicklung und des Planens und Bauens gepflegt. Die Treffen bieten bis heute eine wichtige Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Herausforderungen zu erörtern und fachliche Impulse für die kommunale Praxis zu gewinnen. Dabei reichen die Themen von Städtebau und Bauleitplanung über kommunalen Hoch- und Tiefbau bis hin zu Fragen der Baukultur, des Klimaschutzes, der Klimaanpassung und einer nachhaltigen Flächenentwicklung.

Im Jahr 2026 begeht die Arbeitsgemeinschaft der Fränkischen Stadtbaumeisterinnen und Bauamtsleiterinnen ihr 50-jähriges Jubiläum. Der Festakt findet im Rahmen des 94. Arbeitstreffens in Rothenburg ob der Tauber statt.

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